Merken An meinem Küchenfenster hing der Duft von gerösteten Paprikaschoten in der Luft, als meine Nachbarin vorbeikam und fragte, was ich da zaubere. Ich hatte zum ersten Mal frische rote Paprika über der Flamme geröstet, und die Küche roch nach Sommer und Holzfeuer. Sie erzählte mir von ihrer Oma in Kalabrien, die immer sagte, Paprika müsse man mit Geduld rösten, bis die Haut schwarz wird. Seitdem mache ich diese Pasta mindestens zweimal im Monat. Es ist das Gericht, das mir zeigt, wie viel Geschmack in einer einzigen Zutat stecken kann.
Ich erinnere mich an einen Abend im Herbst, als Freunde spontan vorbeikamen und ich nichts Besonderes im Haus hatte. Ich fand ein Glas geröstete Paprika im Schrank und improvisierte diese Pasta. Alle waren still, als sie den ersten Bissen nahmen, und dann kam nur noch: Wow, was ist das? Seitdem ist es mein Notfall-Gericht für überraschende Gäste. Es sieht aus, als hätte ich Stunden gekocht, aber eigentlich war ich entspannt und hatte sogar Zeit für ein Glas Wein.
Zutaten
- Penne oder Rigatoni (350 g): Die röhrenförmige Form fängt die cremige Sauce perfekt ein, sodass jeder Bissen voller Geschmack ist.
- Rote Paprikaschoten (2 große oder 1 Glas, 340 g): Frisch geröstet schmecken sie rauchig und süß, aber ein gutes Glas aus dem Supermarkt rettet dich an hektischen Tagen genauso gut.
- Olivenöl (2 EL): Es bildet die aromatische Basis und lässt Zwiebeln und Knoblauch sanft duften, ohne zu verbrennen.
- Gelbe Zwiebel (1 kleine, gewürfelt): Sie gibt der Sauce eine milde Süße und Tiefe, die man nicht direkt schmeckt, aber vermissen würde.
- Knoblauchzehen (3, gehackt): Der Moment, wenn Knoblauch in die Pfanne kommt und die Küche nach Italien riecht, ist unbezahlbar.
- Sahne (120 ml): Sie macht die Sauce samtig und rund, ohne die frische Paprika-Note zu überdecken.
- Geriebener Parmesan (40 g): Er schmilzt in die Sauce und bringt eine salzige, nussige Tiefe, die alles zusammenhält.
- Getrockneter Oregano (½ TL): Ein Hauch von Kräutern erinnert an Sommerurlaube und gibt der Sauce eine italienische Seele.
- Chiliflocken (¼ TL, optional): Nur ein kleiner Kick, der die Süße der Paprika unterstützt, ohne scharf zu dominieren.
- Salz und schwarzer Pfeffer: Sie wecken alle Aromen auf und machen aus guten Zutaten ein rundes Gericht.
- Frische Basilikumblätter: Zerrissen über die Pasta gestreut, bringen sie Frische und einen letzten grünen Akzent.
Anleitung
- Paprika rösten:
- Halte die frischen Paprika mit einer Zange über die offene Flamme oder lege sie unter den Grill, bis die Haut überall schwarz und blasig ist. Gib sie in eine Schüssel, decke sie mit einem Teller ab und lass sie 10 Minuten dämpfen, dann lässt sich die Haut ganz leicht abziehen.
- Pasta kochen:
- Bring einen großen Topf Salzwasser zum Kochen und koche die Pasta nach Packungsanweisung bis sie al dente ist. Gieß sie ab und behalte eine halbe Tasse Nudelwasser zurück, das ist dein Geheimnis für eine geschmeidige Sauce.
- Zwiebel und Knoblauch anschwitzen:
- Erhitze Olivenöl in einer großen Pfanne bei mittlerer Hitze und brate die Zwiebel 3 bis 4 Minuten glasig. Gib den Knoblauch dazu und lass ihn nur eine Minute duften, sonst wird er bitter.
- Sauce pürieren:
- Füge die gerösteten, entkernten Paprika zur Pfanne hinzu und lass sie kurz mitbraten. Dann püriere alles mit einem Stabmixer direkt in der Pfanne oder gib es in einen Standmixer, bis die Sauce glatt und samtig ist.
- Sahne einrühren:
- Gib die Sauce zurück in die Pfanne, rühre Sahne, Parmesan, Oregano und Chiliflocken ein und lass alles bei niedriger Hitze 2 bis 3 Minuten köcheln. Wenn die Sauce zu dick wird, gib etwas Nudelwasser dazu, bis sie perfekt cremig ist.
- Pasta unterheben:
- Hebe die abgetropfte Pasta in die Sauce und schwenke alles gut durch, sodass jede Nudel mit der leuchtend roten Creme überzogen ist. Schmecke mit Salz und Pfeffer ab.
- Servieren:
- Verteile die Pasta auf warme Teller, streue frischen Basilikum und extra Parmesan darüber. Serviere sofort, solange die Sauce noch dampft und die Aromen sich entfalten.
Merken Es gibt diesen Moment, wenn du die fertige Pasta auf den Tisch stellst und alle Augen größer werden. Die Farbe leuchtet so warm und einladend, dass man sofort Hunger bekommt. Meine Schwester sagt immer, dieses Gericht schmeckt nach Umarmung, und ehrlich gesagt, genau das ist es. Es ist Essen, das dich glücklich macht, ohne dass du weißt warum.
Wie du Zeit sparst
An Tagen, an denen ich keine Lust habe, Paprika zu rösten, greife ich zu einem guten Glas aus dem Supermarkt. Die Sauce schmeckt trotzdem fantastisch, und ich spare mir 15 Minuten Arbeit. Du kannst die Sauce auch am Vortag machen und im Kühlschrank aufbewahren, dann musst du am nächsten Tag nur noch Pasta kochen und aufwärmen. Ich friere manchmal sogar Portionen der pürierten Sauce ein, dann habe ich immer ein schnelles Abendessen parat. Glaub mir, niemand merkt, dass du einen Shortcut genommen hast.
Variationen, die ich liebe
Manchmal brate ich Hähnchenbrust in Streifen an und gebe sie zur Pasta, das macht daraus eine richtig sättigende Mahlzeit. Garnelen passen auch wunderbar, sie brauchen nur drei Minuten in der Pfanne und schmecken herrlich zur süßen Paprika-Sauce. Für eine vegane Version ersetze ich die Sahne durch Kokosmilch und den Parmesan durch Hefeflocken, das klingt komisch, schmeckt aber überraschend gut. An manchen Abenden werfe ich geröstete Zucchini oder Kirschtomaten dazu, einfach weil ich sie im Kühlschrank habe und sie Farbe auf den Teller bringen.
Was du beachten solltest
Die Sauce sollte nie zu heiß köcheln, sonst trennt sich die Sahne und sieht unschön aus. Ich nehme immer frischen Parmesan, der geriebene aus der Tüte klumpt manchmal und schmilzt nicht richtig. Wenn du die Pasta vorher kochst, gib einen Schuss Olivenöl dazu, damit sie nicht zusammenklebt, das habe ich auf die harte Tour gelernt. Die Pasta schmeckt am besten frisch, aber Reste kannst du am nächsten Tag mit einem Schuss Milch in der Pfanne aufwärmen, dann wird die Sauce wieder cremig.
- Verwende immer einen großen Topf für die Pasta, damit sie genug Platz hat und nicht zusammenklebt.
- Schmecke die Sauce vor dem Servieren ab, manchmal braucht sie mehr Salz oder einen Spritzer Zitronensaft für Frische.
- Stell warme Teller bereit, kaltes Porzellan lässt die Sauce schneller abkühlen und sie schmeckt dann nicht mehr so gut.
Merken Diese Pasta ist für mich mehr als nur ein schnelles Abendessen, sie ist ein kleines Stück Freude auf dem Teller. Ich hoffe, sie zaubert dir genauso oft ein Lächeln ins Gesicht wie mir.